Profi-Tipps für Naturlocken

14.07.2014

In ihrer aktuellen Kollektion setzt Friseurin Katharina Strassl ganz auf Natürlichkeit: "Naturlocken wurden lange genug glatt gebügelt und ihres natürlichen Falls beraubt." Aber wie kriegt man die Locken dazu, sich ordentlich zu locken? Alle Tipps zu Pflege und Styling.

Um das Beste aus Locken und Wellen herauszuholen, braucht das Haar vor allem viel Feuchtigkeit, erklärt die Wiener Friseurin (www.katharina-strassl.com): "Das Phänomen ist bekannt: In Ländern mit hoher Luftfeuchtigkeit, etwa in Asien, locken sich Naturwellen prächtig. Kaum steigt man ins Flugzeug und ist der trockenen Luft ausgesetzt, sind die Haare strohig und kraftlos." Deshalb muss vor allem von außen viel Feuchtigkeit zugeführt werden. Spezielle Pflege- und Styling-Produkte versorgen das Haar und lassen es gesund glänzen.

PFLEGE
Je lockiger das Haar, desto länger braucht das natürlich Fett, um von der Wurzel in die Spitzen zu gelangen - das Ergebnis: sehr trockene Haarspitzen, die schnell strohig aussehen und schwer zu bändigen sind. Am besten startet man deshalb schon in der Dusche mit einer Pflegespülung. Anschließend sorgt ein Styling-Produkt, das gleichzeitig die Vorteile eines Leave-In-Conditioners mitbringt, für zusätzliche Feuchtigkeit. Achtung: Wählen Sie die richtige Textur, um das Haar nicht unerwünschterweise zu beschweren - die Regel: Leichte Sprays für fragile Wellen, dickere Geltexturen für mittlere bis große Locken und reichhaltige Lockencremes für widerspenstige Locken.
Katharina Strassl empfiehlt außerdem spezielle Haarmasken, die mindestens ein Mal pro Woche eingesetzt werden sollen.

STYLING
Das wichtigste Hilfsmittel: Der Diffusor! Etwas aus der Mode gekommen, ist dieser Fönaufsatz unverzichtbar beim Styling von Locken (etwa von Remington um € 39,99). Denn durch die Verteilung des Luftstroms tritt die heiße Fönluft langsam und schonend aus und zerstört nicht durch zu viel Power die Drehung der Locken. Strassl: "Wichtig ist, dass feines Haar mit leichten Wellen wirklich so lange getrocknet wird, bis es auch tatsächlich trocken ist. Denn feuchtes Haar ist schwer und leichte Wellen hängen sich dadurch leichter aus. Ganz anders bei Naturkrause: Die sollte man nicht komplett trocken fönen, sondern nur kurz anfönen und dann einfach an der Luft trocknen lassen."
Die Bürste macht den Unterschied: Die klassische Haarbürste ist der größte Feind der Naturlocke, denn die vielen Zinken krausen das Haar und zerstören die natürlichen Lockenformationen. Ergebnis: Ein ungepflegter Pudellook. Bei starken Naturwellen besser einfach mit den Fingern oder einem grobzinkigen Kamm arbeiten.


1. Entwirrt das Haar schonend, ohne es zu verknoten: Grobzinkiger Kamm von Marlies Möller um € 23,99 bei Marionnaud.
2. Feuchtigkeitsspendend und pflegende: Lockenkraft-Shampoo mit Gingko und Jojoba von Guhl um ca. € 6,–.
3. Intensivpflege mit wertvollem Moringabaum-Öl: Damage Repairing & Rehydrating Leave-In-Treatment von Kiehl's um € 22,–.
4. Für Stabilität, Fülle und Glanz: Merak Blowing Spray von Glynt um € 14,50.
5. Haarmaske für geschmeidige, definierte Locken: Oléo-Curl Intense von Kérastase um ca. € 35,–.
6. Bio-Produkt aus Österreich: Stärkendes Rosenserum für trockene Spitzen von Less Is More um € 29,–.
7. Für 48-Stunden-Locken-Glanz: Lockendesigner Hitzeaktiviertes Spray aus der Frizz Ease-Linie von John Frieda um € 15,95.

LAST-MINUTE
Wenn trotz aller Pflegemaßnahmen die Locken nicht ordentlich verlocken wollen, machen Sie aus der Not am besten eine Tugend und kopieren den romantischen Undone-Look von Schauspielerin Annalynne McChord ("90210"):
Styling-Lotion ins noch feuchte Haar geben. Die Haare im Nacken zusammennehmen, mit einem dünnen Haargummi fixieren. Den Zopf partienweise um den Haargummi wickeln und mit Klammern feststecken, eventuell einzelne Strähnen herausziehen.

(kahahu/Fotos: Getty Images)