22.07.2015

Trauer um Theodore Bikel

Film- und Musicalfreunde trauern um einen Hollywoodstar aus Österreich: Theodore Bikel. 1924 als Sohn jüdischer Eltern in Wien geboren, flüchtete Bikel mit seiner Familie 1938 vor den Nazis nach Palästina. 1946 verließ er seine neue Heimat, um in London Schauspiel zu studieren - dort wurde er von Sir Laurence Olivier entdeckt und gefördert.

Eine kleine Nebenrolle als deutscher Offizier im John-Huston-Klassiker "African Queen" (1951) machte ihn in Hollywood zum gefragten Nebendarsteller für ähnliche Rollen. Für seine Darstellung eines Sheriffs in "Flucht in Ketten" erhielt Theodore Bikel eine Oscarnominierung.

Parallel zu seiner Schauspielkarriere feierte Bikel auch als Folkmusiker große Erfolge, nicht zuletzt deshalb wurde er als Baron von Trapp in der originalen Broadway-Produktion des Musical-Welthits "The Sound of Music" gecastet - 1965 lies man dann allerdings aber lieber Christopher Plummer diese Rolle in der gleichnamigen Verfilmung spielen, die ein Welthit wurde. Plummer wurde mit dem Oscar ausgezeichnet.

Eine weitere Kult-Rolle entging Bikel ebenfalls knapp: die James-Bond-Produzenten wollten ihn 1963 als Auric Goldfinger casten, entschieden sich letzlich aber für Gert Fröbe.

Bikel blieb in den USA jahrzehntelang populär, wie viele Gastrollen in populären US-TV-Serien (etwa "Columbo", "Dynasty", "Falcon Crest") bezeugen. 1990 begeisterte er "Star Trek"-Fans als Mr. Worfs Ziehvater Sergey Rozhenko in der TNG-Episode "Family".

Theodore Bikel wurde 91 Jahre alt.