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STAR STORY
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27.01.08, 13:16
Heath Ledger : ein NachrufZeit zum Abschied nehmen
Wirft man knapp eine Woche nach dem tragischen Tod von Heath Ledger einen Blick auf die fünf Topgeschichten der Woche auf "People.com", dem Onlineportal von Amerikas Society-Magazin Nr.1, wird eines klar: die Schauspielwelt hat jemanden verloren, der sich nicht ersetzen lässt. Alle Stories handeln von einem 28-jährigen Australier, in Perth geboren, der seinen ungewöhnlichen Vornamen dem männlichen Hauptcharakter in Emily Brontes Roman "Sturmhöhe" (Wuthering Heights) verdankt und viel zu früh von uns gegangen ist. Heath Ledger war ein Glücksfall – für die Kinoindustrie, die Schauspielkunst, für diese Welt. Aber besondere Menschen scheinen auf diesem Planeten nur ungern Langzeittickets zu lösen. Ein Umstand dem Neil Young mit der Textzeile "It's better to burn out than to fade away" (Hey Hey, My My) Tribut zollte. Selbst Kurgan, Nemesis von Christopher Lambert in "Highlander", wusste dies. (Billy Joel formulierte es eine Spur einfacher: "Only the Good Die Young" - was übrigens auch für den 1993 im Alter von 23 Jahren verstorbenen River Phoenix gilt. Talentmäßig spielten die beiden in derselben Liga.) Wenn man die (bisher bekannten) Umstände von Ledgers Tod betrachtet, schien der Ausnahmeschauspieler tatsächlich "ausgebrannt" zu sein. Eine Mischung aus Burn Out, Erschöpfung und starker Medikamente dürfte ihn aus diesem Leben gerissen haben.
Down To Earth
Der hier schreibende Redakteur ist Heath Ledger drei Mal in seinem Leben begegnet. Sein erstes Zusammentreffen mit dem australischen Charaktermimen fand in Venedig anlässlich des Pressejunkets zu "Brokeback Mountain" statt. Jake Gyllenhaal hatte keine Zeit, aber Heath Ledger war durchaus noch bereit für eine Interview-Runde. Während des halbstündigen Gesprächs zeigte Ledger viele charakterliche Facetten, aber vor allem seine Warmherzigkeit, eine für dieses Business seltene Aufrichtigkeit und dieses "Down to Earth"-Feeling, das vielen Australiern zu eigen sein scheint, blieben mir in Erinnerung. Damals war Heath frisch in seine Schauspielkollegin Michelle Williams verliebt und die beiden freuten sich auf die Geburt ihrer Tochter Matilda. Das war im Herbst 2005. Im Januar 2008 ist Heath Ledger bereits von uns gegangen. Zurück bleibt eine zweijährige Tochter, die nun ohne Vater aufwachsen muss.
Teenie-Schwarm & Patriot
Zurück bleibt auch eine Anzahl tw. ganz erstaunlicher Filme mit einem der besten Schauspieler seiner Generation. Wenn man zurückblickt auf Ledgers filmisches Schaffen, versteht man auch den Zugang Hollywoods an diesen Menschen. In der Teenie-Komödie "10 Dinge die ich an dir hasse" (1999) wurde er als langhaariger Mädchenschwarm besetzt. Danach folgte "Der Patriot" an der Seite von Hollywood-Star Mel Gibson, in dem der Australier Heldenmut mit viel Pathos beweisen durfte. Dieser "Hollywood-Fahrplan" gefiel Ledger aber nicht, wie er des öfteren bestätigte. Also suchte er nach neuen Herausforderungen.
Von Rittern, Cowboys und Drogen
Sein Durchbruch kam mit dem ungewöhnlichen Mittelalterabenteuer "Ritter aus Leidenschaft" (2001) – verdienterweise, denn Ledger erobert mit seiner charmant-unkomplizierten Performance nicht nur das Herz des "Burgfräuleins" sondern auch gleich das ganze Publikum. Im selben Jahr gibt er mit seiner Nebenrolle in "Monster's Ball" eine schauspielerische Hochleistung ab. Es folgen "Vier Federn" (2002) und "Ned Kelly" (2003), sowie der düstere Horrorthriller "Sin Eater" (The Order/2003). 2005 sollte dann das Jahr des jungen Australiers werden. Mit seiner herzzerreißenden Performance im Schwulendrama "Brokeback Mountain" etabliert er sich endgültig in Hollywoods A-Liga. Im selben Jahr folgen die Surfer-Bio "Dogtown Boys" (Lords Of Dogtown) und "Die Gebrüder Grimm" (The Brother's Grimm) unter der Regie von Terry Gilliam. Außerdem spielt er an der Seite von Sienna Miller einen hollywood-konformen Casanova in der wirklich schlechten gleichnamigen Verfilmung. Zu diesem Zeitpunkt hatte Ledger genug von Hollywood. Er wollte eine Pause, ging zurück nach Australien und drehte seinen – laut Meinung des Redakteurs – neben "Brokeback Mountain" beeindruckendsten Film. "Candy" erzählt die Geschichte eines Junkie-Paares, das versucht sein Leben auf die Reihe zu kriegen. Wenn man sieht mit welcher Intensität und Liebe, und mit welch mimischen Können Heath Ledger in dieser kleinen Indie-Produktion agiert, ahnt man wie viel Potential tatsächlich in ihm steckte. Zuletzt war er in der "Bob-Dylan-Bio" "I'm Not There" im Kino zu sehen. 2008 folgt "The Dark Knight" – ein Batman-Sequel, welches sein letzter vollendeter Film werden sollte.
Old Man River
Bei jenem anfangs erwähnten Interview in Venedig deutete Ledger an, dass er gerne die Seiten wechseln, und selbst Regie führen würde. Ein Produkt daraus in das Musikvideo "Morning Yearning" von Ben Harper, bei dem Heath Regie führte. Wir haben es unter diesen Artikel gehängt.
Als das Interview mit Ledger beendet war, plauderte der Seitenblicke-Redakteur noch ein wenig mit dem australischen Ausnahmeschauspieler. Dabei kam man auf das Tattoo an Ledgers rechtem Unterarm zu sprechen. Der Schauspieler hatte sich den Schriftzug "Old Man River" eintätowieren lassen. Seine Erklärung lautete: "Old Man River? Ich fühle mich gerade so, als würde ich diesen Fluss entlang paddeln. Ich habe das Gefühl, dass mein Leben sich von diesem Moment an sehr rasch verändern könnte. Das alles sehr schnell gehen könnte. Also habe ich mir das Tattoo machen lassen. Als eine Art Anker."
Am 22. Jänner 2008 verlor Heath Ledger sein Leben. Er war für einen Augenblick ankerlos. Wir werden Ihn vermissen.
(ceci/Foto:AP)
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WAS SAGEN SIE DAZU?
find ich so tragisch, was passiert da im leben von solchen stars, kommen die damit wirklich nicht klar?
"Candy" ist wirklich einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. Leider viel zu unbeachtet vom Mainstream geblieben.
candy
"Candy" ist wirklich ein wunderschöner (und auch trauriger) film. da zeigte heath noch mal ganz groß auf. ewig schade um ihn ...

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