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20.10.06, 17:47
Sacha Baron Cohen sorgt weiter für AufregungDeutschland ermittelt gegen "Borat"
Unglaublich, was Comedy bewirken kann: Sacha Baron Cohen alias "Borat", wurde in Deutschland wegen dem gleichnamigen Film angezeigt, ihm werden Volksverhetzung und Beleidigung vorgeworfen. Unterdessen hat sich auch Borats kasachische "Heimat" wieder gemeldet ...
Er ist ja selber schuld: Wie kann Sacha Baron Cohen es wagen, seine Filme, TV-Serien und vor allem seine verschiedenen Figuren ohne den Zusatz "Achtung, Satire!" unter das Volk zu bringen? Cohen macht als proletoider Rapper Ali G., als schwuler Österreicher(!) Bruno und derzeit vor allem als sexistisch-rassistischer Kasache Borat eines eben besonders gut: Er hält all denen, die er, hm, auf die Schaufel nimmt, einen Spiegel vor und stellt nicht selten sein Gegenüber selbst als intolerant, fremden- und frauenfeindlich oder homophob bloss. Doch manche sehen das offenbar ganz anders.
Volksverhetzung?
Wie die "Netzeitung" berichtet, hat das in Hamburg ansässige Europäische Zentrum für Antiziganismusforschung, das gegen die Diskriminierung von Roma und Sinti auftritt, Strafanzeige gegen den britischen Comedian eingebracht. Das Institut meint, dass der am 3. November auch bei uns startende "Borat" zu Gewalt gegen die Volksgruppe der Roma und Sinti aufrufe; auch die Filmfirma Twentieth Century Fox und der Provider der "Borat"-Website sind in der Anzeige mit angeführt.
Stein des Anstosses sind demnach Scherze wie jener, als Borat im Film einen Autoverkäufer fragt, ob ein Geländefahrzeug Marke "Hummer" Schaden nehmen würde, wenn man damit in eine Gruppe Zigeuner fahren würde. Allerdings lässt der "kasachische Moderator" auch kein gutes Haar an anderen Volks- und Religionsgruppen. So greift er gerne und oft Juden an ... allerdings: Cohen ist selbst Jude.
Einladung aus Kasachstan
Versöhnlichere Töne gegenüber Borat schlagen da schon diejenigen an, die ebenfalls einmal eine Klage in Erwähnung gezogen hatten: Die kasachischen Offiziellen. Vize-Außenminister Rakhat Aliyev höchstpersönlich lud Sacha Baron Cohen nun ein, sein Land zu besuchen.
"Er könnte viel lernen: Frauen fahren Auto, Wein wird aus Trauben gemacht und Juden dürfen jederzeit Synagogen besuchen", so Aliyev, der außerdem noch gar weise Worte parat hatte: "Es ist sinnlos, einen Künstler anzugreifen und ihm mit einer Klage zu drohen. Es würde dem Ruf unseres Landes nur weiter schaden und Borat noch populärer machen."
Und da sage noch irgendwer etwas gegen Kasachstan.
(mir/Foto: AP)
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