"Ich bin in Psychotherapie"

Das Interview zum runden Geburtstag: Warum er erst lernen musste, wer ein Freund ist. Was er an seiner Leanne liebt und nach Olympia plant.
Am 4. Mai 2012 feiert Österreichs erfolgreichster Schwimmer seinen 30. Geburtstag. Viel zum Feiern wird Markus Rogan allerdings nicht kommen, denn bereits Ende Juli stehen die Olympischen Spiele in London an, wo der Wiener als ältester Schwimmer seine Bahnen ziehen wird. Zwei Ereignisse, die ihre Schatten voraus- und viele Fragen aufwerfen: Was passiert nach Olympia? War er immer stolz auf sich und seine Worte? Denkt er schon über Heirat und Familie nach? Mit dem Seitenblicke Magazin hat Rogan über all das - und noch viel mehr - gesprochen.
Seitenblicke: Üblicherweise führt der 30. Geburtstag zu einer Art Lebens-Zwischenbilanz. Wie ist das bei Ihnen?
Markus Rogan: Ehrlich? Ich find’s nur furchtbar, dass ich viel älter ausschaue als ich bin. Aber das ist eh schon seit zehn Jahren so. Und natürlich ist es ein komisches Gefühl, plötzlich der älteste Schwimmer zu sein. Wenn ich’s mir aussuchen könnt, wäre ich lieber ein junger Anwalt als ein alter Schwimmer.
Das klingt schon ein wenig nach 30er-Krise ...
Na ja, ich hatte die Krise schon früher. Da hab ich mich oft gefragt: Wo will ich hin? Was will ich machen? Aber dann hab ich beschlossen, einfach den Moment zu genießen, und aufgehört, mir ständig Sorgen über die Zukunft zu machen.
Was würde der Markus heute anders machen als der Markus vor zehn Jahren?
Mein Talent viel mehr schätzen. Und weniger oft beweisen wollen, wie schlau ich bin.
Sie sprechen Ihre oft sehr direkte Art an?
(Lacht.) Stimmt. Ich kann mich gut erinnern, da war ich gerade 22 und fand’s eigentlich blöd, dass mich alle mögen, das liebe Burli. Ich wollte das nicht mehr. Aber was da los war, als ich begonnen hab, einfach zu sagen, was ich mir denke, hätte ich mir nie gedacht. Im Nachhinein hätte ich wahrscheinlich mehr Geld verdient, wenn ich immer den angepassten Schwiegersohn gespielt hätte.
Bereuen Sie das?
Sagen wir so: Ich hätte vielleicht besser aufpassen sollen, was sag ich öffentlich und was privat.
Haben Sie denn heute Hemmungen zu sagen, was Sie sich denken?
Ja. Wenn jemand nicht weiß, dass ich ein guter Schwimmer und superschlau bin. Ich tu mir dann immer schwer, nicht beweisen zu wollen, dass ich was Besonderes bin.
Diesen Sommer, bei den Olympischen Spielen in London, werden Sie wieder im öffentlichen Fokus stehen. Ihr letzter großer Auftritt als Schwimmer?
Ich weiß es nicht. Die Wahrheit ist, dass ich nur dann weiterschwimmen werde, wenn ich einen Sinn darin sehe. Und wenn ich’s brauche, um mir das Studium leisten zu können. Ich will nämlich wieder studieren.
Das klingt nach einem Ziel. Viele Sportler fallen nach dem Karriereende ja in ein tiefes Loch ...
Deshalb bin seit geraumer Zeit in Therapie.
Weil?
Weil ich ein Drama-King bin. Und die Therapie hilft mir, Perspektiven besser zu sehen. Und zu lernen, dass die Welt sich ohne mich genauso schnell dreht. Und dass ich vielen gar nicht so wichtig bin, wie ich mir selbst. Solche Dinge noch mal rational durchzudenken und zu verinnerlichen, das ist schon sehr hilfreich.
Haben Sie denn Angst vor der Zeit nach den Spielen?
Ja, schon. Zum Beispiel heiratet mein bester Freund nächstes Jahr. Und ich weiß, dass ich ihm jetzt mit meinen Kontakten noch besser bei den Vorbereitungen helfen kann als nach Olympia. Ich weiß, dass dann bestimmte Leute nicht mehr abheben, wenn ich anrufe.
Ihre Freundin Leanne (siehe Foto oben, Anm.) gehört hoffentlich nicht dazu ...
Nein! Sie ist meine wichtigste Stütze!
Und wie hilft sie Ihnen?
Indem sie mir Sicherheit gibt. Mich liebt, egal ob ich schwimm oder nicht. Ich habe sehr wenige Menschen, denen ich voll vertraue. Von denen ich weiß, dass ich auch nach Olympia auf sie setzen kann.
Was Leanne für Markus Rogan so besonders (und erotisch) macht, wie es in der Beziehung mit Eifersucht und Streit aussieht und wie es mit Heirat sowie Familienplanung aussieht - das Alles und noch viel mehr lesen Sie im kompletten Exklusiv-Interview mit dem heimischen Schwimm-Star. Jetzt im Seitenblicke Magazin 17/12. Ab Donnerstag überall, wo es Zeitschrfiten gibt!
(Nica Steinbauer/Foto: Privat)
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